Newsletter Anbieter auswählen: Worauf kommt es an?

Newsletter Anbieter Auswahl Kriterien

Wer einen Newsletter anbieten will, benötigt dafür eine technische Grundlage. D.h. es gilt herauszufinden welche Lösung nun die jeweils passendste ist. Warum der Versand über das eigene E-Mailprogramm und den eigenen E-Mailanbieter keine gute Idee ist erklären wir hier. Grob betrachtet gibt es drei grundsätzliche Optionen:

  1. Newsletter Dienst: Es gibt professionelle online Dienste, die alle nötigen Funktionen zur Verfügung stellen. Der Vorteil ist, dass die Funktion aus der eigenen Website ausgelagert sind, man sich nicht selbst um Updates oder die Einrichtung einer Versandfunktion kümmern muss. Außerdem lassen sich Newsletter Dienste unabhängig von der Art wie die eigene Seite betrieben wird nutzen.
  2. Newsletter Plugin: Für viele Content Management Systeme wie z.B. WordPress gibt es sogenannte Plugins, die viele Newsletter Funktionen bereitstellen können. Meist sind diese Plugins kostengünstiger, da keine monatlichen Kosten anfallen.
  3. Newsletter Skript: Es gibt auch eigenständige Programme und Skripts, die man selbst unabhängig von einem Content Management System nutzen kann.

Auswahlkriterien für den Newsletter Versand

Gleichgültig ob man sich für einen online Dienst, ein Plugin oder ein Skript entschiedet, folgende Kriterien sollten vorher bedacht werden. Diese haben wir in zwei Bereiche unterteilt:

  1. Grundsätzliches: Dies sind Kriterien, sie für fast jeden, der einen Newsletter anbieten will, wichtig sind.
  2. Weiterführende Funktionen: Hier listen wir Funktionen auf, die eher für diejenigen interessant sind, die mehr als nur einen einfachen Newsletter versenden wollen.

Grundsätzliche Funktionen

Sprache der Benutzeroberfläche, der Dokumentation und des Supports

Hier ist die Frage, ob Du Englisch verstehst oder nicht. Falls ja, hast Du eine große Auswahl. Falls nicht wird es schwieriger. Bei sehr vielen Newsletterdiensten ist die Benutzeroberfläche in englischer Sprache gehalten. Einige bieten Deutsch als Option an und es gibt ein paar rein deutschsprachige Dienste. Dabei ist es nicht nur wichtig, ob Du die Informationen auf der Benutzeroberfläche verstehst, sondern auch, ob Du Support in deutscher Sprache erhalten kannst und in welcher Sprache die Dokumentation vorliegt.

Rechtssicherheit und Datenschutz

Es gibt ein paar Vorgaben in Deutschland, die der Dienst erfüllen muss, sonst kannst Du Probleme bekommen. Da wir keine Anwälte sind, können wir keine Rechtsberatung durchführen. Leider wirken viele Texte zu dem Thema eher verunsichernd. Dabei sind es nur einige Punkte, die man klar berücksichtigen sollte (z.B. Double Optin Verfahren, Abmeldelink und Impressum im Newsletter). Empfehlenswert sind die Artikel „Rechtssicheres E-Mail Marketing: 9 Tipps, die Sie beim Erstellen und Versenden von Newslettern beachten sollten“ und „E-Mail-Marketing 2018: Was ändert sich durch die DSGVO in Bezug auf Newsletter?„.

Speziell zum Thema Double Optin: In Deutschland musst Du sicherstellen, dass Deine Abonnenten auch wirklich Deinen Newsletter beziehen wollen. Das lässt sich mit dem sogenannten „Double Optin“ Verfahren sicherstellen. Dabei erhält der neue Abonnent zunächst eine einfache Bestätigungsemail, in der zur Bestätigung des Abonnements ein Link angeklickt werden muss. Erst wenn dieser Link angeklickt wurde, wird die E-Mailadresse des neuen Abonnenten wirklich aufgenommen. Damit stellst Du sicher, dass die Anmeldung auch wirklich von dem Besitzer der E-Mailadresse kommt.

Preise

Meist ein sehr wichtiges Kriterium. Wie viel kostet mich der Dienst, das Plugin oder das Skript. Die meisten Dienste berechnen monatliche Gebühren in Abhängigkeit von der Anzahl der Abonnenten oder der versandten E-Mails. Bei einigen gibt es angenehmerweise auch kostenfreie Tarife bis zu einer bestimmten Anzahl an Abonnenten oder E-Mails. Auch wenn Plugins und Skripte erstmal nur einmalige Kosten zur Folge haben, muss man meist jährlich wieder eine Gebühr bezahlen, um weiterhin Updates und Support zu erhalten. Dazu kommen oft noch Kosten für einen sogenannten Transactional Email Service.

Handhabung

Hier geht es darum, ob die Benutzeroberfläche und generell der Aufbau des Dienstes, Plugins oder Skriptes gut nachvollziehbar sind. Sowohl bei der grundsätzlichen Ersteinrichtung als auch bei der späteren regelmäßigen Nutzung.

Vorlagen (Templates)

Auch wenn Du keine Hochglanz-E-Mails versenden willst, benötigst Du ein Design für Deinen Newsletter. Hier kann es hilfreich sein, wenn der Anbieter gleich einige hübsche Vorlagen (engl. Templates) mitliefert, die Du nur noch ein wenig für Deinen Geschmack anpassen musst.

Statistik

Es ist wichtig Feedback über Statistiken zu erhalten. D.h. einen Überblick über die Anzahl der Abonnenten, wie viele davon einen Newsletter geöffnet haben, welche Links wie oft angeklickt wurden etc. Nur so lässt sich der Erfolg eines Newsletters beurteilen und auch feststellen, welchen Einfluss Veränderungen haben.

Weiterführende Funktionen

Folgende Kriterien sind für den einfachen Newsletterversandt nicht zwingend wichtig, können aber bei speziellen Anforderungen sehr wichtig werden. D.h. wer einfach nur regelmäßig einen einfachen Newsletter an alle verschicken will, benötigt die folgenden Funktionen nicht. Wer allerdings tiefer in das Thema E-Mail Marketing einsteigen will, findet hier sehr nützliche Hilfsmittel.

Autoresponder

Als Autoresponder wird der automatische Versandt einer E-Mailsequenz bezeichnet. Diese Funktion wird oft genutzt, um einen speziellen Anreiz für die Anmeldung zum Newsletter zu bieten. So kannst Du beispielsweise anbieten, dass jeder der sich neu anmeldet in den kommenden 8 Tagen jeden Tag eine E-Mail mit einem tollen Tipp erhält. Damit Du jetzt nicht jeden Tag daran denken musst diese E-Mail zu verschicken, lässt sich die Autoresponderfunktion nutzen, die einmal eingerichtet alles automatisch für Dich ausführt.

Automatisierung

Mit einer Automatisierungsfunktion lassen sich Abläufe automatisch ausführen. Genau genommen ist ein Autoresponder auch schon eine einfache Form von Automatisierung. Wobei gute Automatisierungsfunktionen weit über den automatischen zeitversetzten Versandt von E-Mails hinausgehen. Ein Beispiel für eine Automatisierung wäre, dass Du allen Abonnenten, die innerhalb der letzten 6 Monate keine Deiner Newsletter E-Mails geöffnet haben, eine spezielle Nachricht zukommen lässt. In dieser fragst Du nach, ob der Abonnent überhaupt noch an Deinen Nachrichten interessiert ist und informierst ihn, dass er erst wieder Deinen Newsletter erhält, falls er einen Link in der Nachricht anklickt.

Mittlerweile bieten viele Dienste solche Automatisierungsfunktionen an. Dabei solltest Du allerdings sehr genau prüfen welche Funktionen unter dieser Überschrift angeboten werden, denn die Leistungsfähigkeit ist von Dienst zu Dienst sehr unterschiedlich.

Segmentierung und Tags

Segmentierung bedeutet, dass Du Deine E-Mail-Liste nach verschiedenen Kriterien gruppieren kannst. Z.b. kannst Du so einen Newsletter an alle verschicken, die sich vor über einem Jahr angemeldet haben oder die etwas bei dir gekauft haben. Um diese Unterteilung zu erreichen müssen aber passende Kriterien gespeichert sein. Hier kommen Tags oder Felder ins Spiel. Viele Dienste oder Plugins bieten die Möglichkeit spezielle Informationen in Bezug auf die Abonnenten zu speichern. Die Bezeichnung hierfür ist leider nicht einheitlich. Bei einigen Diensten nennt sich dies Felder bei anderen Tags oder auch Ereignisse.

Falls Dir eine solche Funktion wichtig ist, solltest Du genau prüfen was die Dienste an Funktionalität in diesem Bereich bieten. Denn im Grunde schmückt sich fast jeder Newsletter Anbieter mit einer Segmentierungsfunktion. Wie leistungsfähig diese wirklich ist, steht auf einem zweiten Blatt.

Fazit: Sorgfältige Auswahl schützt vor späteren Problemen

Idealerweise prüfst Du vor Deiner Entscheidung genau welche Kriterien für Dich und Dein Newsletter Vorhaben wichtig sind. So kannst Du die verschiedenen Angebote genau prüfen. Auch wenn viele Dienste einen kostenfreien Einsteigstarif oder Geld-Zurück-Garantien bieten, sollte man den Aufwand eines späteren Umzuges nicht unterschätzen. Einmal eingerichtet ist ein Newsletterversand eine relativ einfache Angelegenheit, aber die Einrichtung und das Vorgehen ist auf jeder Plattform etwas anders, so dass mit dem Einsatz von Zeit und mit einer gewisse Lernkurve für jeden neuen Dienst zu rechnen ist.

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